DAS EINLEITENDE WORT

Das Ergreifen des Sinn-lichen ist die Menschenssünde - das Entnehmen der Kraft. Die entnommene Kraft in Menschenhänden verwandelt sich in die Macht. Die ist die: Am Anfang der glänzende Wunder im Menschenhänden und heute für eigenen Menschennutzen geformte schwere, dunkle, klebhahte Macht. Der Mensch kann nicht den Wunder sich selbst eignen und sich mit ihm protzen. Denjenigen, die uns helfen wollen und sich schon so lange bemühen uns erreichen, berühren zu können, den Toten, müssen wir zuhören. Es könnte zu spät werden. Die Zeit drängt. Wenn die Zeit kommt, geschieht es.

O, Mensch, willst du verloren gehen ? Höre immer genau zu und lasse dich nicht überlisten. Du bist der Todesträger, daß heißt, Du hast den dünnen Pfaden zu den Nebel über den Fluß, wo die Toten verweilen. Es glänzt im diesen Nebel.

Es gehört zu dem Machen der Macht, daß sie jeden Ausruf, der unser Ge-denken weckt, verlächerlicht. Die Macht macht ihn für unwichtig, zeitverschwenderisch. Sie lenkt uns vom Zuhören ab. Sie verführt. Der verführte Mensch will nicht zuhören. Das ist das un-glaubliche, un-ge-hörte, was so schwierig zu bekämpfen, zu heilen ist. Es ist die verkehrte Art, wie die Macht sich selbst schützt.

Dies Lächerlichmachen besagt auch diese Anekdote:

Einer der großen Künstler schrieb immer wieder Aufzeichnungen auf Zetteln. Ein berühmter Wissenschaftler schaute dem verblüffend zu. Dies merkte der Künstler und fragte ihn: “Das tust du doch auch?” “Nein”, antwortete der Wissenschaftler, “ bei mir sind so wichtige Gedanken viel seltener.”

Gesondert greift die Macht denjenigen, der zuhört und das Zugehörte aussagt, an. Sie stellt sein Tun nicht blos als zeitverschwenderisch und lächerlich dar, sie lockt ihn auch das im Sagen und Ge-hören Ver-sinn-lichte, das Ausgesagte als eigenes Werk gleich zu betreten und Sich darauf zu stellen. So wird das Ausgesagte unglaubwürdig. In ihrer verkehrten Art ist es aber auch den Neid in die umkreisende Leute zu gießen und ihn in ihnen zu kochen. Sie wollen dem Sagen des Ausgesagten nicht zuhören. So wird das Ausgesagte ständig überhört.

Wir sind nicht unser Eigentum.Wenn wir es nicht sind, wem ge-hören wir zu ? Das näherste sichtbare sind die Gestorbenen. Wir gehören den Gestorbenen. Wenn wir den Gestorbenen ge-hören, dann müssen wir den Gestorbenen zu-hören. Es gibt nichts wichtigeres. Mit den Gestorbenen zusammen müssen wir im Ge-hör zusammen das Sagen zum Aus-sagen bringen.